AlpinClub Berlin – Ausbildungsprogramm 2015

Auch im Jahr 2015 können wir frühzeitig das Ausbildungsprogramm für unsere Mitglieder vorlegen.
Für die damit zusammenhängende langfristige Planung möchte ich mich recht herzlich bei allen Übungsleitern und den anderen Organisatoren der im Programm aufgenommenen Touren bedanken.

Damit sich der Aufwand lohnt, wünschen wir uns auch für dieses Jahr eine sehr rege Nachfrage nach unseren Ausbildungsveranstaltungen.
Da der Vorlauf für einzelne Programmtermine recht groß ist, werden wir auch in diesem Jahr die Möglichkeit nutzen, kurzfristig hinzukommende weitere Ausbildungstermine auf unserer Homepage www.alpinclub-berlin.de zu veröffentlichen. Dies betrifft auch terminliche Konkretisierungen einzelner Veranstaltungen.
Aufmerksam machen möchte ich auch wieder alle Interessierte auf die Möglichkeit zur Ablegung der „Kletterscheine Nachstieg und Vorstieg“. Dieser Service kostet unseren Mitgliedern nur eine Bearbeitungsgebühr. Für Gäste fällt ein Organisationsbeitrag an.

Unser Ausbildungsprogramm ist in der bewährten Form gegliedert und gibt allen Interessenten erste Informationen über die vorrangig angesprochene Zielgruppe, den Charakter des Kurses und die erforderlichen Voraussetzungen für die Teilnahme an der Veranstaltung. Für die in der Regel erforderlichen Anmeldungen zu den Kursen findet man verschiedene Kommunikationswege über Mail und Telefon.
Im Zweifel sollten noch bestehende Fragen zum Kurs direkt mit dem Leiter abgesprochen werden.

Unter der Kategorie „Art“ (der Veranstaltung) findet man einen ersten Hinweis, der eine Einordnung des Kurses ermöglicht. Eine Abkürzungserklärung dazu findet sich weiter unten.
Als Mitglieder unserer Sektion habt ihr bei der Anmeldung zu den Kursen im Rahmen der Teilnehmerkapazität Vorrang. Unterstütz die Leiter der Kurse bei der Organisation durch die Verbindlichkeit eurer Zusage, da durch die langfristige Bindung von Übernachtungen und Verköstigungen Kosten entstehen. Diese müssen bei kurzfristigen Absagen aus euren Anzahlungen beglichen oder durch nachträgliche Zahlungen gedeckt werden.

Nun kann es wieder losgehen.

Werdet fündig in unserem Ausbildungsprogramm.
Ich wünsche euch, egal bei welchem Kurs, viel Spaß, viele neue Eindrücke und Kenntnisse. Uns allen ein von Verletzungen freies Ausbildungsjahr 2014.

Dr. Helmut Hohmann
Ausbildungsreferent

 

Erklärungen

Download des Ausbildungsprogramms 2015


 

- „Gemeinschaftstour“ -

Eine Definition, die allen Fachübungsleitern und auch den Teilnehmern ihrer Touren vertraut sein sollte.

Präambel

Da die Kurse in unserem Ausbildungsprogramm sehr häufig dem Charakter nach als „Gemeinschaftstouren“ ausgeschrieben werden, möchte ich an dieser Stelle auf die Definition einer Gemeinschaftstour besonders eingehen. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil jeder Teilnehmer sich über die von ihm mitzubringenden Voraussetzungen für eine solche Tour sehr genau im Klaren sein sollte. Auch für unsere Übungsleiter ist für das Gelingen der Tour eine umfassende Beachtung der mit einer Gemeinschaftstour verbundenen Anforderungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Bedeutung.

Definition

Nach dem Verständnis des DAV zeichnen sich Gemeinschaftstouren durch folgende Merkmale aus und grenzen sich damit auch von Führungstouren ab: - Schwierigkeit und Länge der Tour entsprechen dem Können und der Erfahrung der Teilnehmer und sind den Teilnehmern bekannt. - Die Gruppe soll im Sinne der Zielstellung homogen sein und ihr Können vom Leiter der Tour einschätzbar sein.


Dies setzt eine exakte Tourenbeschreibung voraus, aus der die Schwierigkeiten der Tour hervorgehen. Angaben, die z. B. über die Informationen aus unserem Ausbildungsprogramm hinausgehen sind daher unbedingt beim Tourenleiter zu erfragen. Die Teilnehmer der Tour sind vom Leiter auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen und bei Nichteignung zurückzuweisen.
Da unsere alpinen Gemeinschaftstouren in der Regel auch Ausbildungstouren sind, ist ein Könnenszuwachs im Verlauf der Tour durchaus zu berücksichtigen. Von den Teilnehmern wird z. B. verlangt, dass sie in Seilschaften selbstständig gehen bzw. klettern können. Dieses Können kann ein gut vorbereiteter und durchgeführter Kurs durchaus vermitteln. Kommt es trotz vorgenommener Information der Teilnehmer über die Anforderungen der Tour und der vorgenommenen Auswahl der Teilnehmer zu erkennbaren Schwächen einzelner Teilnehmer oder werden Ausrüstungsmängel deutlich, so muss der Kursleiter situationsgerecht reagieren.


Der Leiter der Gemeinschaftstour regelt Rahmenbedingungen (Ausschreibung, Anmeldung, Übernachtung usw. und ist für die eventuell vorgesehenen Ausbildungsinhalte verantwortlich. Bei wichtigen Entscheidungen, die die Sicherheit der Gruppe oder eines einzelnen Mitgliedes betreffen, hat der Kursleiter volle Autorität der Gruppe gegenüber. Der Tourenleiter beachtet die allgemein empfohlene Teilnehmerzahl für die Gruppe entsprechend dem Charakter des Kurses und beachtet die erforderlichen organisatorischen Grundregeln bei der Durchführung.
Die Gemeinschaftstour ist mit den gekennzeichneten Merkmalen umfassend von der Führungstour abgegrenzt. Denn an dieser können u. a. auch Personen teilnehmen, die dem Führer nicht bekannt sind und die die Tour nicht selbstständig durchführen können.


Auf Grund der dargestellten Merkmale und der damit einhergehenden Verantwortung werden wir in unserer Sektion in aller Regel Gemeinschaftstouren und nicht Führungstouren anbieten. Unsere Fachübungsleiter erhalten selbstverständlich während ihrer Ausbildung auch umfassende Kenntnisse über die Taktik und Technik des Führens von Gruppen im Gebirge. Diese wird er auch im Rahmen von Gemeinschaftstouren einsetzen, wenn es die konkrete Situation erfordert und dazu die Voraussetzungen gegeben sind.


Sind die Zielstellungen des Kurses und die Erwartungen der Teilnehmer gut koordiniert, sind beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kurs gegeben. Daher sollte jedem Teilnehmer bewusst sein, dass er bei der Teilnahme an einer Gemeinschaftstour keine Gipfelgarantie erwirbt und der erforderliche Organisationsbeitrag somit auch kein Ersatz für ein Führungsentgeld für einen Bergführer darstellt. Gemeinschaftstouren verlangen von allen Teilnehmern ein umfassendes Einbringen und Eigeninitiative, nur so kann das angestrebte Gemeinschaftserlebnis auch erreicht werden.


Dr. Helmut Hohmann
Ausbildungsreferent